Freischuss Jura: Was ist der Freiversuch, und lohnt er sich wirklich?

examensvorbereitung Jul 10, 2026

Wenn Jurastudierende eine Entscheidung im Studium bereuen, dann häufig diese: den Freischuss nicht genutzt zu haben.  Doch lohnt sich der Freiversuch wirklich oder setzt Du Dich damit unnötig unter Druck?

Die kurze Antwort lautet: Ja, der Freischuss lohnt sich. Allerdings nur, wenn Du ihn richtig angehst.

 In diesem Artikel erfährst Du, was der Freischuss genau ist, welche Vorteile er wirklich bietet, welche Unterschiede es zwischen den Bundesländern gibt und worauf Du achten solltest, damit Dein Freiversuch erfolgreich wird.

 

Was ist der Freischuss?

Der Freischuss ist ein zusätzlicher Prüfungsversuch im Ersten Juristischen Staatsexamen. Umgangssprachlich sagt man Freischuss, im Gesetz steht meistens Freiversuch. Gemeint ist beides dasselbe: Wenn Du bis zu einem bestimmten Fachsemester zur staatlichen Pflichtfachprüfung antrittst und nicht bestehst, wird der Versuch nicht angerechnet. Er gilt als nicht unternommen. Du hast danach immer noch die zwei regulären Versuche, die alle anderen auch haben.

Damit hast Du effektiv drei Versuche statt zwei. Das ist der Kern des ganzen Konzepts.

Bis wann Du den Freischuss ablegen musst, ist von Bundesland zu Bundesland unterschiedlich. In den meisten Bundesländern ist das 8. Fachsemester die entscheidende Frist. In Sachsen hast Du bis zum 9. Fachsemester Zeit, in Baden-Württemberg sogar bis zum 10. Zeiten im Ausland, Mutterschutz, Elternzeit, universitäre Ämter oder Krankheit können die Frist zusätzlich nach hinten verschieben. Frag im Zweifel bei Deinem Justizprüfungsamt nach, wenn Du planst, die Frist ausreizen zu müssen.

 

Die zwei Hauptvorteile des Freischusses

Der Freischuss lohnt sich aus zwei Gründen, die je nachdem, wie Deine Prüfung ausgeht, unterschiedlich wichtig werden.

Erstens: Du hast einen Extra-Versuch, falls Du durchfällst. Wenn Du nicht bestehst, tut das Gesetz so, als hätte diese Prüfung nie stattgefunden. Kein Fehlversuch, kein Vermerk, keine Konsequenzen. Du hast danach immer noch die vollen zwei regulären Versuche. Das ist ein Sicherheitsnetz, das Dir sonst niemand anbietet.

Zweitens: Du bekommst einen Verbesserungsversuch, falls Du zwar bestehst, aber mit der Note nicht zufrieden bist. Wer das Examen im Freischuss besteht, kann noch einmal antreten und versuchen, die Note nach oben zu bringen. Am Ende zählt die bessere Note.

Der zweite Vorteil ist aber nicht in jedem Bundesland gleich stark. In einer Reihe von Bundesländern (Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen) bekommst Du den Verbesserungsversuch tatsächlich nur, wenn Du im Freischuss bestanden hast. In anderen (Bayern, NRW, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern) kannst Du auch ohne Freischuss zur Notenverbesserung antreten, musst aber Geld dafür zahlen. 

 

Weitere Vorteile vom Freischuss

Zusätzlich zu den beiden Hauptargumenten sprechen noch ein paar weitere Punkte für den Freiversuch:

Freischuss-Teilnehmer:innen sind statistisch erfolgreicher. Nach den aktuellesten Zahlen (Stand 2024) liegt die Bestehensquote bei Personen, die den Freischuss wahrnehmen bei ca. 82% im Vergleich zu ca. 72% bei Menschen, die den Freiversuch nicht wahrnehmen. Außerdem erreichen 60% der Freischuss-Kandidat:innen ein befriedigend oder besser, was ebenfalls über dem normalen Schnitt liegt. Wer den Freischuss mitnimmt, steigert also die Wahrscheinlichkeit zu bestehen und bessere Noten zu schreiben. Die genauen Statistiken vom Bundesamt für Justiz, kannst Du Dir hier durchlesen: Statistiken Juristenausbildung.

Der Prüfungsdruck ist niedriger. Einmal beim Freischuss selbst, weil Du weißt, dass Du nichts zu verlieren hast.  Und ein zweites Mal beim möglichen Verbesserungsversuch, denn wenn Du bestanden hast, kann Dir nichts mehr passieren. Du hast schon ein Examen in der Tasche und kannst ganz entspannt in die Prüfung gehen.

Du bist schneller fertig. Wer den Freischuss mitnimmt, ist meist ein bis zwei Semester früher durch das Erste Examen und kann früher ins Referendariat. Wer Wartezeiten in seinem OLG-Bezirk hat, kann diese sogar noch für den Verbesserungsversuch nutzen.

 

Ist der Freischuss sinnvoll?

Kurze Antwort: In den meisten Fällen ja, aber nur unter zwei Bedingungen.

Bedingung eins: Du musst den Freischuss ernst nehmen. Das größte Missverständnis ist der Gedanke „Es ist ja nur der Freischuss." Wer mit dieser Einstellung reingeht, verschenkt eine riesige Chance. Der Freischuss ist erst dann ein Vorteil, wenn Du ihn wie eine vollwertige Prüfung behandelst.

Bedingung zwei: Du solltest bevor Du in die Examensvorbereitung gehst, keine zu großen Wissenslücken haben. Wenn Du dagegen mit vielen offenen Baustellen in die Vorbereitung startest, kann es sein, dass die Zeit nicht reicht. 

Ansonsten spricht viel dafür. Du bekommst einen zusätzlichen Versuch geschenkt, gehst statistisch mit besseren Ergebnissen aus der Prüfung, sparst Zeit und kannst Deine Note bei Erfolg sogar noch nach oben schrauben.

Ich selbst habe auch den Freischuss genutzt und würde es immer wieder tun. 

 

Wie bereitest Du Dich strategisch auf den Freischuss vor?

Wer den Freischuss anstrebt, muss schon frühzeitig einige Dinge regeln.

Grundlagen von Anfang an sauber lernen. Wer im Grundstudium den Stoff wirklich lernt, statt sich durchzumogeln, geht mit einer stabilen Basis ins Repetitorium. Große Scheine sollte man mit ordentlichen Noten schreiben, nicht mit 4 Punkten durchrutschen.

Zeitpunkt frühzeitig planen. Ab dem 4. oder 5. Semester solltest Du wissen, wann Du den Freischuss ablegen willst. Rechne rückwärts vom Prüfungstermin und plane Deine 12 Monate Examensvorbereitung entsprechend.

Beim Justizprüfungsamt informieren. Fristen, Nichtanrechnungsgründe, formale Anforderungen. All das solltest Du frühzeitig durchgehen und im Zweifel direkt beim JPA nachfragen. Vor allem, wenn Du planst, ein Auslandssemester zu machen oder ein universitäres Amt zu übernehmen, das die Frist verlängern kann.

Repetitorium für den Freischuss. Du brauchst ein Rep, was für den Freischuss ausgelegt ist. Ein kommerzielles Rep, bei dem du dich nach 12 Monaten Kurs noch 6 Monate selbst vorbereiten müsstest, kann Dir die Möglichkeit des Freischusses kosten. Wenn Du den Freiversuch nutzen möchtest, kann ich Dir den Examenskurs von Legalexo ans Herz legen. Es ist der einzige Anbieter, der dir eine Bestehensgarantie gibt: Du zahlst nur, wenn Dein Examen erfolgreich ist. Mit Legalexo bist Du in der Examensvorbereitung nicht mehr überfordert, sondern lernst strukturiert und bekommst die Sicherheit, tatsächlich zu bestehen.

 

Fazit Freiversuch

Der Freischuss ist ein Vorteil im Jurastudium, den Du geschenkt bekommst, wenn Du früh genug ins Examen gehst. Du hast effektiv drei Versuche statt zwei und in vielen Bundesländern zusätzlich ein Verbesserungsversuch. Und statistisch gibt es höhere Bestehensquoten. 

 

FAQ zum Freischuss

Was ist der Freischuss? Der Freischuss (auch Freiversuch) ist ein zusätzlicher Prüfungsversuch im Ersten Juristischen Staatsexamen. Wer bis zu einem bestimmten Fachsemester (meist dem 8., in einigen Bundesländern dem 9. oder 10.) zur staatlichen Pflichtfachprüfung antritt und nicht besteht, für den gilt der Versuch als nicht unternommen. Du hast danach immer noch die vollen zwei regulären Versuche.

Ist der Freischuss sinnvoll? Für die meisten Studierenden ja, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Du behandelst den Freischuss als vollwertige Prüfung, nicht als Testlauf, und Du hast im Grundstudium keine größeren Lücken. Statistisch bestehen Freischuss-Teilnehmer:innen häufiger und schreiben öfter ein Prädikatsexamen als der Rest des Jahrgangs.

Bekomme ich beim Freischuss einen Verbesserungsversuch? Ja, wenn Du den Freischuss bestehst, kannst Du zur Notenverbesserung noch einmal antreten. In manchen Bundesländern (Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hessen) ist der Verbesserungsversuch tatsächlich exklusiv an den Freischuss gekoppelt. In anderen Bundesländern (Bayern, NRW, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern) kannst Du auch ohne Freischuss zur Notenverbesserung antreten, musst dafür aber zahlen.

Wie bereite ich mich am besten auf den Freischuss im ersten Staatsexamen vor? Um den Freischuss optimal zu nutzen, solltest Du Deine Examensvorbereitung frühzeitig und strukturiert planen. Wichtig sind ein klarer Lernplan, regelmäßige Wiederholungen und viele Klausuren mit individuellem Feedback. Genau darauf ist der Examenskurs von Legalexo ausgelegt: Du wirst Schritt für Schritt durch die gesamte Examensvorbereitung geführt und kannst den Stoff innerhalb von zwölf Monaten systematisch erarbeiten.

Jura lernen in Minuten mit  Erklärvideos & Altklausuren.

Mit Legalexo lernst Du Jura in Minuten. Video anschauen, mit Fällen lernen, Jura verstehen. Jetzt 30 Tage testen - mit unserer Zufriedenheitsgarantie!

Mehr erfahren