Wann mit der Jura Examensvorbereitung anfangen?
May 25, 2026Du sitzt im 5. oder 6. Semester, schaust auf deinen Studienplan und merkst: Das Examen ist nicht mehr weit weg. Gleichzeitig hörst du von allen Seiten unterschiedliche Empfehlungen. Die einen Kommiliton:innen sagen, sie hätten „schon längst angefangen". Andere wirken total entspannt. Und du fragst dich: Wann soll ich eigentlich mit der Examensvorbereitung anfangen? Und bin ich vielleicht schon zu spät dran?
Die kurze Antwort: Ab welchem Semester startet die Examensvorbereitung?
Die meisten Jurastudierenden in Deutschland beginnen ihre Examensvorbereitung zwischen dem 5. und dem 7. Fachsemester. Der häufigste und sinnvollste Startzeitpunkt liegt im 6. oder 7. Semester – also direkt nach Abschluss des Hauptstudiums, wenn alle großen Scheine und Hausarbeiten erledigt sind.
Das ist allerdings nur der statistische Durchschnitt. Der richtige Zeitpunkt für dich hängt von vier Faktoren ab:
- Wann du in deinem Bundesland den Freischuss noch nutzen kannst.
- Wie viele Schreibtermine dein Bundesland pro Jahr anbietet.
- Ob du deinen Schwerpunkt vor oder nach dem staatlichen Teil ablegen willst.
- Wann du an deiner Uni mit dem Pflichtstoff fertig bist.
Wir gehen jeden dieser Punkte gleich im Detail durch.
Warum der Start der Examensvorbereitung schwer zu bestimmen ist
In Jura-Foren liest du Sätze wie „ich lerne fürs Examen seit dem 1. Semester". Das stimmt in gewissem Sinne sogar: Alles, was du im Studium lernst, kann später im Examen drankommen. Aber das ist keine Examensvorbereitung im engeren Sinne.
Die eigentliche Examensvorbereitung ist eine intensive, strukturierte Phase, in der du den gesamten examensrelevanten Stoff systematisch wiederholst, vernetzt und mit Examensklausuren übst. Das ist ein Vollzeitjob und genau deshalb sollte sie erst dann starten, wenn dein Kopf frei ist für genau diese eine Aufgabe.
Wer parallel noch Hausarbeiten schreibt, Scheinklausuren bestehen muss oder im Schwerpunkt sitzt, kann sich nicht voll auf die Examensvorbereitung konzentrieren. Erfahrungsgemäß leiden dann beide Bereiche.
Die Voraussetzungen: Was vor dem Start erledigt sein sollte
Bevor du in die Examensvorbereitung einsteigst, sollten diese Punkte abgeschlossen sein:
- Zwischenprüfung bestanden – Voraussetzung für fast alles, was danach kommt
- Alle großen Scheine in Zivilrecht, Strafrecht und Öffentlichem Recht (Fortgeschrittenenübungen)
- Alle Hausarbeiten (Anfänger- und Fortgeschrittenenhausarbeit)
- Grundlagenschein und Fremdsprachenschein
- Pflichtpraktika (i.d.R. 13 Wochen, je nach Bundesland)
- Idealerweise auch der Schwerpunkt – dazu gleich mehr
Schwerpunkt vor oder nach dem staatlichen Teil?
Ob du den Schwerpunkt vor oder nach dem staatlichen Pflichtteil ablegst, hängt vor allem von deinem Bundesland und deiner persönlichen Präferenz ab. Schau also zuerst in das JAG/JAPO deines Bundeslandes und in die Prüfungsordnung deiner Fakultät.
Möglichkeit 1: Schwerpunkt vor dem staatlichen Teil
Vorteil: Nach dem ersten Examen bist du wirklich mit allem fertig. Kein universitärer Teil mehr, kein zweites „Hochfahren" nach Monaten der Erschöpfung. Wer einen Schwerpunkt wählt, der viel Pflichtfachstoff abdeckt, profitiert zusätzlich: Die Themen wirken in der späteren Examensvorbereitung als hilfreiche Wiederholung.
Nachteile: Während des Schwerpunkts (meist 1–2 Semester) bist du faktisch aus dem staatlichen Pflichtstoff raus. Wissen, das du dir für die großen Scheine draufgeschafft hast, verblasst in dieser Zeit – und muss in der Examensvorbereitung erst wieder aufgebaut werden. Zweiter Punkt: Wenn du im Studium schon einige Semester gebraucht hast, kann es zeitlich eng werden, hinten noch 12 Monate Examensvorbereitung dranzuhängen – vor allem, wenn du den Freischuss noch nutzen willst.
Möglichkeit 2: Schwerpunkt nach dem staatlichen Teil
Vorteil: Du kannst etwas früher in die eigentliche Examensvorbereitung einsteigen und hast ein frischeres Grundgerüst aus dem Hauptstudium im Kopf. Du wirst nicht durch ein Schwerpunkt-Jahr aus dem Pflichtstoff herausgerissen.
Nachteil: Du musst dich nach dem staatlichen Examen nochmal aufraffen, um Schwerpunktklausuren, Seminararbeit und ggf. mündliche Prüfung zu absolvieren. Viele Studierende sind zu diesem Zeitpunkt schlicht erschöpft. Die Motivation, „noch einen Berg" anzugehen, ist nicht zu unterschätzen.
Was eindeutig nicht funktioniert: beides gleichzeitig. Schwerpunktklausuren, Seminararbeit und ein 12-Monate-Lernplan parallel – das überfordert fast alle. Egal, in welcher Reihenfolge du vorgehst: Plane nacheinander, nicht überlappend.
Der Freischuss als externer Anker für deine Planung
Wann Du mit der Examensvorbereitung startest, hängt auch davon ab, ob Du den Freischuss oder Freiversuch nutzen möchtest.
Der Freischuss („Freiversuch") ist in allen 16 Bundesländern grundsätzlich möglich, aber unterschiedlich geregelt. Das Prinzip hinter dem Freiversuch ist überall gleich: Wenn du dein Erstes Staatsexamen innerhalb einer bestimmten Frist (meist bis Ende des 8. Fachsemesters, in einigen Ländern später) ablegst und nicht bestehst, gilt der Versuch als nicht unternommen. Du hast dann weiterhin zwei reguläre Versuche. Das nimmt viel Risiko raus, kann aber auch zu einer überstürzten Examensvorbereitung führen. Ob Du den Freischuss wahrnehmen solltest oder nicht, ist eine individuelle Entscheidung.
In sieben Bundesländern – Bayern, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Rheinland-Pfalz, Saarland und Sachsen-Anhalt – kommt zusätzlich eine Notenverbesserungsmöglichkeit hinzu, die unabhängig vom klassischen Freischuss greifen kann.
Disclaimer: Die Regeln ändern sich in regelmäßigen Abständen. Also schau nochmal in die Prüfungsordnung deines Bundeslandes.
Praktisch heißt das für deine Planung:
- Willst du den Freischuss nutzen? Dann rechnest du vom Ende des 8. Semesters rückwärts ca. 12 Monate Vorbereitungszeit. Ergebnis: Du startest in der Regel im 7. Semester (oder am Ende des 6.).
- Verzichtest du auf den Freischuss? Dann ist dein Start flexibler. Du kannst auch im 8., 9. oder 10. Semester starten – je nachdem, wann du wirklich bereit bist.
Wie viele Schreibtermine bietet dein Bundesland?
Die Zahl der Schreibtermine pro Jahr ist enorm wichtig für deine Rückwärtsplanung. Und sie unterscheidet sich von Bundesland zu Bundesland deutlich:
- Nordrhein-Westfalen ist Spitzenreiter: Klausuren werden in 9 bis 10 Monaten pro Jahr angeboten (z.B. in 2026 in Januar, Februar, April, Mai, Juni, August, Oktober, November und Dezember). Du kannst hier also nahezu jeden Monat einsteigen.
- Hamburg bietet alle zwei Monate Klausuren an, also rund 6 Termine pro Jahr.
- Die meisten anderen Bundesländer (z.B. Bayern, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Niedersachsen) bieten nur 2 Schreibtermine pro Jahr – meist im Frühjahr und im Herbst.
- Dazu kommen in jedem Bundesland feste Anmeldefristen, die deinen Zeitplan zusätzlich beeinflussen können.
Wenn dein Bundesland nur zwei Termine pro Jahr hat, ist die Planung knapper: Verpasst du den Frühjahrstermin, wartest du ein halbes Jahr. Plane deine 12-Monats-Vorbereitung also so, dass du zwei bis vier Wochen Puffer vor deinem Wunschtermin hast, für Klausursimulation, Wiederholung und kleine Überraschungen.
Such dir also einfach deinen Wunschtermin und rechne dann zurück.
Wie lange dauert die eigentliche Examensvorbereitung?
Damit Du weißt, wie viel du von dem geplanten Schreibtermin zurückrechnen musst, musst du wissen, wie lange die Examensvorbereitung dauert. Die Dauer der Examensvorbereitung hängt von verschiedenen Kriterien ab. Es gibt jedoch klare Richtwerte.
Die Standardvorbereitungszeit auf das erste juristische Staatsexamen liegt bei 12 Monaten. Manche Studierende planen 18 Monate, andere versuchen es in 6. Beide Extreme haben ihre Tücken:
- 6 Monate ist für die allermeisten unrealistisch. Der Stoff ist zu umfangreich, das Klausurtraining zu wenig.
- 18 Monate klingt sicher, kippt aber oft ins Gegenteil: Du verbringst extrem viel Zeit mit Wiederholen, statt mit echtem Vorankommen. Motivation und Fokus leiden.
- 12 Monate ist der bewährte Mittelweg – lang genug für Stoff, Vernetzung und Klausurtraining, kurz genug, um die Motivation zu halten.
Sommersemester oder Wintersemester starten? Eigentlich egal.
Eine der häufigsten Fragen – und die Antwort ist überraschend simpel: Es ist (fast) egal.
Viele Anbieter zur Examensvorbereitung, darunter auch der von Legalexo, starten zweimal pro Jahr: einmal im März/April (Sommersemester) und einmal im September/Oktober (Wintersemester). Bei Legalexo gibt es anders als bei kommerziellen Reps keinen inhaltlichen Nachteil, je nachdem, wo du einsteigst. Wichtig ist nur, dass dein Startzeitpunkt zu deinem geplanten Schreibtermin passt.
So findest du deinen persönlichen Startzeitpunkt in drei Schritten
Hier ist der pragmatische Weg zur konkreten Antwort:
Schritt 1: Lege deinen Wunsch-Schreibtermin fest. Schau dir die Termine deines Justizprüfungsamtes für die nächsten 18–24 Monate an. Wenn du den Freischuss willst, achte auf die Frist in deinem Bundesland (meist Ende 8. Fachsemester).
Schritt 2: Rechne 12 Monate zurück. Das ist dein theoretischer Startzeitpunkt für die Examensvorbereitung. Bau noch 4–8 Wochen Puffer ein – für Wiederholung, Klausursimulation und unerwartete Verzögerungen.
Schritt 3: Check deine Voraussetzungen. Bist du zu diesem Zeitpunkt wirklich scheinfrei? Hast du alle Hausarbeiten und Praktika? Wenn nein: Verschiebe entweder den Start oder den Schreibtermin. Beides gleichzeitig zu jonglieren funktioniert selten.
Strukturierte Examensvorbereitung: Was ein guter Kurs leisten sollte
Egal, für welchen Anbieter du dich für die Examensvorbereitung entscheidest - deine Examensvorbereitung sollte folgende Dinge abdecken:
ob du dich für einen klassischen Repetitorienkurs, ein Uni-Rep oder einen Online-Examenskurs entscheidest – wenn du strukturiert vorgehen willst, sollte deine Vorbereitung diese Elemente abdecken:
- Ein strukturierter 12-Monats-Lernplan mit klaren Phasen (vom Wissen hin zur Anwendung auf originale Examensklausuren), den du nicht selbst entwerfen musst.
- Klausuren auf Examensniveau statt reinem Auswendiglernen: viele Examensklausuren mit Musterlösungen, Videobesprechungen und individuellem Feedback.
- Bundesland-spezifische Inhalte, weil sich die Inhalte unterscheiden.
- Volle Flexibilität in Ort & Zeit – digital, von zu Hause, aus dem Café oder unterwegs. Klassische Reps mit festen Präsenzterminen können das nicht leisten.
- Persönliche Begleitung und eine feste Lerngruppe statt der Anonymität großer Massenkurse: Ansprechpartner:innen, Q&A-Sessions, ein Umfeld, das dich auffängt.
- Sicherheit durch eine Examensgarantie: Garantiert dir dein Anbieter, dass du dein Examen wirklich bestehst oder beruft er sich nur auf jahrelange Erfahrung, die für deinen Erfolg nicht aussagekräftig ist?
- Faire, transparente und bezahlbare Konditionen: klarer Monatspreis, monatlich kündbar, kostenlose Testphase und Stipendien-Optionen für Studierende mit knapperem Budget.
Diese Punkte zusammen erfüllt aktuell nur der Examenskurs von Legalexo: Ein geführter Examenskurs über 12 Monate, der dir zeitgleich genau die Flexibilität gibt, die du gerade brauchst. Persönliche Begleitung durch Q&A-Sessions und deine organisierte Lerngruppe. Alle Inhalte sind auf Dein Bundesland zugeschnitten. Du kannst den Examenskurs 14 Tage lang kostenlos testen und monatlich kündigen. Schließlich gibt es eine Examensgarantie: Wer den Examenskurs von Legalexo besucht und trotzdem das Examen nicht bestehen sollte, bekommt sein komplettes Geld zurück.
FAQ – Häufige Fragen zum Start der Examensvorbereitung
Ab welchem Semester sollte ich mit der Examensvorbereitung in Jura anfangen? Die meisten Studierenden starten zwischen dem 5. und 7. Semester. Der typische Startzeitpunkt ist nach Abschluss des Hauptstudiums – also wenn alle großen Scheine, Hausarbeiten und Praktika erledigt sind.
Wann ist es zu früh, mit der Examensvorbereitung zu beginnen? Wenn du noch Scheine, Hausarbeiten oder Schwerpunktklausuren parallel hast, bist du wahrscheinlich zu früh. Eine konzentrierte Examensvorbereitung funktioniert nur, wenn dein Kopf frei für diese eine Aufgabe ist.
Was passiert, wenn ich erst im 9. oder 10. Semester anfange? Kein Problem. Du kannst das Examen trotzdem bestehen. Du verlierst in den meisten Bundesländern den Freischuss, aber nicht die Möglichkeit, dich gut vorzubereiten und eine gute Note zu schreiben. Wichtig ist dann eine klare Struktur und ein guter Lernplan.
Wie lange dauert die Examensvorbereitung im Schnitt? Standard sind 12 Monate. Sechs Monate sind für die meisten unrealistisch, 18 oder mehr Monate sind oft zu lang, weil sehr viel Zeit ins Wiederholen fließt.
Kann ich die Examensvorbereitung auch im Sommersemester starten? Ja. Anbieter wie Legalexo bieten Starttermine im März/April als auch im September/Oktober.
Spielt es eine Rolle, in welchem Bundesland ich Examen schreibe? Ja, sogar eine große. Bundesländer unterscheiden sich in: Anzahl der Schreibtermine pro Jahr, Freischussregelung, Anzahl der Klausuren und Schwerpunktthemen.
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