Die 10 häufigsten Fehler in der Examensvorbereitung

examensvorbereitung Jun 06, 2026

Die Examensvorbereitung ist wahrscheinlich die intensivste Phase deines Jurastudiums. Plötzlich geht es nicht mehr nur um eine einzelne Klausur, sondern um Zivilrecht, Öffentliches Recht und Strafrecht gleichzeitig. Alles überschattet von der Frage: Wie bereitest du dich am besten auf dein Staatsexamen vor?

Hier sind die 10 häufigsten Fehler in der Examensvorbereitung Jura  und wie du sie vermeidest.

  

1. Ohne klaren Lernplan in die Examensvorbereitung starten

Das größte Problem vor der Examensvorbereitung ist, dass dich eine unfassbare Stoffmenge erwartet, die du innerhalb von 12 Monaten irgendwie lernen sollst. Ohne, dass du weißt, welche Themen wirklich wichtig sind und welche nicht. Bei dem Blick auf den Prüfungsstoff kann man sich schnell überfordert fühlen. 

Wenn du zum ersten Mal in die Examensvorbereitung startest, ist es extrem schwer, dir diese Struktur allein zu bauen. Du musst drei große Rechtsgebiete organisieren, Wiederholungen einplanen, Fälle einbauen, Klausuren schreiben und trotzdem genug Pausen machen.

Genau deshalb brauchst du einen guten Lernplan für deine Examensvorbereitung.

Ein sinnvoller Lernplan besteht aus drei Elementen: verstehen, vernetzen, anwenden.

In der ersten Phase erarbeitest du dir das abstrakte Wissen und wendest es schon punktuell an kleinen Fällen an. In der zweiten Phase geht es stärker um Vernetzung: Du verstehst, wie die Themen zusammenhängen und wie sie gemeinsam in Klausuren auftauchen. In der letzten Phase steht dann die Anwendung im Mittelpunkt: Klausuren, Lösungsskizzen, Nachbereitung, Fehleranalyse.

Auch die Woche sollte eine klare Struktur haben. Zum Beispiel: Montag und Dienstag Zivilrecht, Mittwoch Öffentliches Recht, Donnerstag Strafrecht und Freitag Lerngruppe oder Fallbesprechung. So lernst du nicht komplett isoliert, sondern regelmäßig und wiederholend.

Weiterführender Artikel: So erstellst Du Dir einen Lernplan für ein Prädikatsexamen.

 

2. Zu früh oder zu spät mit der Examensvorbereitung anfangen

Der Start der Examensvorbereitung ist eine der wichtigsten Entscheidungen überhaupt.

Grundsätzlich solltest du mit der Examensvorbereitung erst anfangen, wenn du Grundstudium, Hauptstudium und Praktika erledigt hast. Der Grund ist simpel: Die Examensvorbereitung ist zeitintensiv genug. Wenn du nebenbei noch Hausarbeiten, Scheine oder Praktika organisieren musst, wird es schwer, wirklich fokussiert zu lernen.

Natürlich gibt es Ausnahmen. Manche haben einen Nebenjob neben der Examensvorbereitung, um die Kosten der Examensvorbereitung zu finanzieren. Andere fragen sich, ob sie die Examensvorbereitung vor oder nach dem Schwerpunkt machen sollen. Das ist eine Einzelfallfrage.

Aber als Grundregel gilt: Starte dann, wenn du dich wirklich auf das Examen konzentrieren kannst.

Zu spät anzufangen führt zu Druck. Zu früh anzufangen führt oft dazu, dass du dich in Details verlierst oder unterwegs ausbrennst. Für viele Studierende sind ungefähr zwölf Monate ein guter Zeitraum: lang genug, um den Stoff ernsthaft zu verstehen, aber nicht so lang, dass du dich in der Vorbereitung verlierst.

Weiterführender Artikel: Wann solltest du mit der Examensvorbereitung anfangen?

 

3. Nur abstraktes Wissen lernen statt Fälle zu lösen

Das Jura-Examen ist kein Multiple-Choice-Test, wie viele Definitionen du auswendig kannst. Es ist eine Fallprüfung.

Genau deshalb reicht es nicht, nur Vorlesungen zu hören, Skripte zu lesen oder Karteikarten zu wiederholen. Du musst lernen, unbekannte Fälle methodisch sauber zu lösen.

Das ist auch der große Schwachpunkt vieler Lernformen. Im Uni-Rep liegt der Fokus häufig auf abstraktem Wissen. Eine lange Vorlesung, endloser Stoff, aber keine echte Klausurtechnik. 

Auch in vielen klassischen Repetitorien wird zu stark auf Auswendiglernen gesetzt: Schemata, Definitionen, neue angeblich "heiße" Urteile. Das Problem: Du hast dann vielleicht viel Wissen im Kopf, aber weißt nicht sicher, wie du es in einem unbekannten Sachverhalt anwendest.

Deshalb ist die bessere Lerntechnik: nicht stumpf auswendig lernen, sondern mit Verständnis lernen. Du brauchst Grundlagen, klar. Aber du musst sie im Fall benutzen. Immer wieder.

Denn wenn du ein Schema zehnmal in unterschiedlichen Fällen angewendet hast, sitzt es meistens besser, als wenn du es zehnmal isoliert wiederholst.

 

4. Zu wenig Wiederholung einplanen

Die Dauer der Examensvorbereitung wird oft unterschätzt. Zwölf Monate sind lang. Was du im ersten Monat lernst, kann im zwölften Monat längst wieder weg sein, wenn du es nicht regelmäßig wiederholst.

Das Prinzip dahinter nennt man Spaced Repetition: Du wiederholst Inhalte nicht zufällig, sondern in regelmäßigen Abständen. So verhinderst du, dass der Stoff einfach wieder aus deinem Kopf verschwindet.

Wichtig ist aber: Wiederholung bedeutet nicht nur, Karteikarten umzudrehen. Das kann helfen, aber die bessere Wiederholung passiert oft über Fälle. Wenn du ein Thema wiederholst und gleichzeitig anwendest, hast du zwei Effekte auf einmal: Du festigst das Wissen und trainierst die Klausuranwendung.

 

 

5. Klausurtraining zu lange aufschieben

Im Examen musst du in fünf Stunden einen unbekannten Fall in einem Gutachten lösen. Das heißt: Du brauchst nicht nur Wissen, sondern Falllösungstechnik, Methodik, Zeitmanagement und Klausurroutine.

Viele schieben Klausuren trotzdem zu lange nach hinten. Der Gedanke ist: „Ich schreibe Klausuren, wenn ich den Stoff kann.“ Das Problem: Diesen Moment gibt es nicht. Du wirst dich nie komplett bereit fühlen.

Deshalb anfangen, bevor du dich bereit fühlst. Es geht nicht darum, in der Probeklausur 18 Punkte zu schreiben. Die Note ist völlig egal. Es geht darum, dass Du Feedback bekommst und, dass du dieses Feedback nutzt, um mit jeder Klausur ein kleines bisschen besser zu werden. 

Weiterführender Artikel: Wie viele Klausuren sollte man in der Examensvorbereitung schreiben?

 

6. Ohne echtes Feedback lernen

Im letzten Punkt wurde es bereits angedeutet: Du lernst am besten, wenn du Feedback bekommst. Nicht nur irgendein Feedback, sondern qualitativ hochwertiges Feedback: Was war richtig? Was war falsch? Was kannst du beim nächsten Mal besser machen?

Feedback kann sein: Lösungsskizzen mit Musterlösungen zu vergleichen (gut), Lösungsskizzen in der Lerngruppe zu besprechen (besser) oder Feedback in einem Klausurenkurs zu holen (am besten).

Leider sind viele Klausurenkurse am Markt nicht so hilfreich, wie sie sein sollten. Wenn du nach fünf Stunden Arbeit nur ein paar schludrige Randbemerkungen bekommst und am Ende „Schwerpunktsetzung mangelhaft“ steht, weißt du immer noch nicht, was du konkret verbessern musst.

Deshalb setzen wir beim Klausurenkurs im Rahmen des Legalexo Examenskurses auf Qualität vor Quantität: lieber etwas weniger ausformulierte Klausuren, dafür aber richtig gutes Feedback. Durch Videokorrekturen wird dir ausführlich erklärt, was du gut gemacht hast, wo deine Fehler lagen und wie du sie beim nächsten Mal vermeidest. Zusätzlich hilft ein Klausurtagebuch dir dabei, typische Fehler sichtbar zu machen, damit du Schritt für Schritt besser wirst.

 

7. Ohne Lerngruppe lernen

Die Examensvorbereitung ist nicht nur fachlich hart, sondern auch psychisch belastend. Viele fühlen sich allein, unsicher und gestresst.

Eine gute Lerngruppe hilft dir dabei, einerseits die psychischen Belastungen der Examensvorbereitung zu überstehen und andererseits erfolgreicher zu lernen. Du merkst, dass andere dieselben Probleme haben und kannst Dich mit ihnen austauschen. Du konsumierst Wissen nicht nur passiv, sondern musst es erklären, diskutieren und verteidigen. Das ist besonders effizient, denn dahinter steht das Konzept der Feynman-Technik: Nur, wenn du ein Thema einfach erklären kannst, hast du es wirklich verstanden.

Weiterführender Artikel: Lerngruppe in der Examensvorbereitung: Nur so funktioniert sie wirklich

 

8. Zu viel lernen und Erholung unterschätzen

Mehr Lernzeit bedeutet nicht automatisch bessere Noten.

Natürlich musst du in der Examensvorbereitung viel lernen. Aber zehn Stunden am Tag, sieben Tage die Woche, über Monate hinweg sind kein sinnvoller Plan. Das wirkt diszipliniert, führt aber oft nur dazu, dass Konzentration, Motivation und mentale Stabilität irgendwann komplett wegbrechen.

Examensvorbereitung ist ein Marathon, kein Sprint.

Du brauchst Pausen, Schlaf, Sport, soziale Kontakte und freie Tage. Nicht als Belohnung, sondern als Teil deiner Vorbereitung. Dein Gehirn verarbeitet Stoff nicht am Schreibtisch, sondern in Ruhephasen.

Mindestens ein freier Tag pro Woche sollte deshalb fest eingeplant sein. Für viele ist der Sonntag komplett frei. Optimalerweise bleibt auch der Samstag zumindest teilweise frei. 

Weiterführender Artikel: Wie viel sollte man pro Tag in der Examensvorbereitung lernen?

 

9. Das Examen unterschätzen – oder überschätzen

Das Jura-Examen ist wahrscheinlich die schwerste Prüfung, die du bisher geschrieben hast. Es ist weder mit dem Abitur vergleichbar noch mit normalen Semesterklausuren.

Vom juristischen Staatsexamen hängt viel ab. Je besser du abschneidest, desto mehr berufliche Möglichkeiten stehen dir später offen. Großkanzlei, Staatsdienst, attraktive Kanzleien, Rechtsabteilungen – vieles wird mit einer guten Note leichter. Gleichzeitig stehst Du fast ohne alles da, wenn Du durchfällst.

Deshalb wäre es ein Fehler, das Examen zu unterschätzen.

Genauso gefährlich ist aber das Gegenteil: das Examen so sehr zu überschätzen, dass du dich komplett verrückt machst. Wenn du jeden Tag mit Panik lernst, wirst du nicht besser. Du wirst blockierter.

Die richtige Haltung ist: Nimm das Examen ernst, aber mach es nicht größer, als es ist. Du musst nicht alles perfekt können. Du musst lernen, mit klarem Kopf juristische Probleme zu erkennen, sauber zu strukturieren und vertretbar zu lösen.

Nur wenn du locker genug bleibst, hältst du die zwölf Monate durch und gehst später nicht mit kompletter Panik in die Prüfung.

Weiterführender Artikel: Prüfungsangst im Jura-Examen: Was wirklich hilft.

 

10. Die Kosten der Examensvorbereitung unterschätzen

Examensvorbereitung ist teuer. Aber eine gute Vorbereitung ist eine sinnvolle Investition in deine Zukunft. Wenn du später mit einer sehr guten Note bessere Karrierechancen hast, kann sich eine Investition von ein paar tausend Euro langfristig absolut lohnen. Verglichen mit Einstiegsgehältern in großen Wirtschaftskanzleien, die teils bei 150.000 bis 180.000 Euro im Jahr liegen, wirken ca. 2.000 für eine gute Vorbereitung relativ klein.

Aber: Für Studierende ist das absolut gesehen trotzdem ein riesiger Betrag.

Bei Legalexo gibt es für BAföG-Berechtigte deshalb zwei Möglichkeiten: Über das Legalexo Stipendium kannst du den Examenskurs mit unserer Examensgarantie kostenlos bekommen. Über den Legalexo Zukunftspakt zahlst du erst nach dem Examen, wenn du beruflich angekommen bist. So wollen wir mit Legalexo einen Teil zur Bildungsgerechtigkeit beitragen. Denn wir finden: Ein gutes Examen sollte nicht vom Geldbeutel deiner Eltern abhängen. 

Weiterführender Artikel: Was kostet die Examensvorbereitung wirklich?

 

So hilft dir der Legalexo-Examenskurs, deine Wunschnote im Examen zu erreichen

Die meisten Fehler in der Examensvorbereitung entstehen nicht, weil Studierende zu wenig wollen. Sie entstehen, weil die Vorbereitung zu unübersichtlich, zu einsam und zu schlecht strukturiert ist.

Genau dafür ist der Legalexo Examenskurs gebaut.

Du bekommst einen klaren 12-Monats-Lernplan, damit du nicht jeden Tag neu überlegen musst, was du lernen sollst. Du lernst nicht stumpf auswendig, sondern auf Verständnis. Du arbeitest mit Fällen, Klausuren auf Examensniveau, Musterlösungen und Videobesprechungen. Du bekommst Feedback, persönliche Ansprechpartner:innen und eine Lerngruppe, damit du nicht allein durch diese Phase gehst.

Der Kurs ist also genau so konzipiert, dass die typischen Fehler vermieden werden: kein Chaos, kein Blindflug, kein reines Auswendiglernen, keine Vorbereitung ohne Feedback und kein Einzelkampf.

Das Ziel ist nicht, dass du irgendwie durchkommst. Das Ziel ist, dass du deine Wunschnote im Examen erreichst. Mit einem Plan, der dich Schritt für Schritt durch die Vorbereitung führt und dir Sicherheit gibt. 

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